Gymnasium Münchenstein

Wettbewerb 2014

 

Erweiterung Gymnasium Münchenstein
 
Ausgangslage
Das Gymnasium Münchenstein der Basler Architekten Wilfried und Katharina Steib stellt ein charaktervolles Beispiel der Schweizer Schulhaus-Architektur der siebziger Jahre dar. Mit seinem Konzept des dreigeschossigen Sockels mit turmartigem Aufbau fügt es sich in die Umgebung der geschützten Villa ein und ist zu einem selbstverständlichen Teil der grosszügigen Parklandschaft geworden. Das zentral konzipierte Hauptgebäude mit umlaufender Fassade und abgeschrägten Kanten strahlt die Abgeschlossenheit eines Solitärs aus, die eine direkt angebaute Erweiterung nicht zulässt.
 
Architektonisches Konzept
Das Projekt sieht vor, die neuen Schulräume in einem flachen, abgesetzten Erweiterungsbau unterzubringen, der sich dem Bestand unterordnet. Die niedrige Gebäudehöhe bildet den Übergang zum benachbarten Einfamilienhaus-Quartier und lässt den Blick auf die Kronen der stattlichen Bäume der Parklandschaft frei. Alle Nutzräume des Erweiterungsbaus sind um einen grosszügigen, zweigeschossigen Lichthof gruppiert, dessen Typologie von der Eingangshalle des Hauptgebäudes abgeleitet ist. Auf dem Eingangsniveau sind alle gemeinschaftlichen Räume angeordnet, die unterschiedlich genutzt oder miteinander verbunden werden können. Der Lichthof dient als informeller Kommunikationsraum und räumliche Erweiterungsmöglichkeit für die angrenzenden Nutzungen. Alle Unterrichtsräume befinden sich auf dem Niveau Obergeschoss und sind durch Freitreppen und Galerien erschlossen. Durch eine zweigeschossige Passerelle ist die Erweiterung an den Hauptbau angebunden. Ein Nebeneingang ermöglicht eine unabhängige Erschliessung der extern genutzten Räume.
 
Freiraum
Der neu entstandene Raum zwischen Bestand und Neubau wird durch die Passerelle in zwei Bereiche unterteilt. Der nördliche Teil dient als Aussenraum der Mensa und Aufenthaltsbereich, der südliche Teil ist intimer, für den Unterricht im Freien gestaltet. Beide Höfe sind in das Wegenetz des Parks eingebunden. Auf der grossen Dachfläche des flachen Neubaus ist Extensiv-Bepflanzung vorgesehen, auf die Parkumgebung farblich abgestimmt.
 
Materialisierung
Die Tragstruktur des Erweiterungsbaus ist als eine Hybride Beton/Holz‐Konstruktion konzipiert. Das Untergeschoss, die Decke über Erdgeschoss sowie die vertikalen Tragelemente und Unterzüge sind aus Beton, die Decken über Obergeschoss und das Laternendach als Hohlkastendecken geplant. Die durch das weit ausladende Vordach wettergeschützten Gebäudehülle ist als vorfabrizierte, hinterlüftete Holzkonstruktion vorgesehen.